Die Geschehnisse in Japan berühren und bewegen die Herforder. Erhard Krull beschäftigt sich mit dem Thema und der Frage, welche Möglichkeiten man als Privatperson hat, Konsequenzen zu ziehen: Was lehrt das schreckliche Seebeben vor Japan uns Herforder? Atomkraftwerke (AKW) sind nicht sicher. Das Beben in Japan hat einzelne Kernkraftwerke in Mitleidenschaft gezogen. In einem Kraftwerk hat es gebrannt, ein anderes ist bei der Kühlung auf Batterien angewiesen. Anwohner werden evakuiert. Eine Kernschmelze (GAU) ist im Bereich der Möglichkeit. Die Regierung ruft den atomaren Notstand aus. Das Problem "Atomstrom" ist in Herford brennend aktuell.
Der Herforder Energieversorger Eon ist Eigentümer bzw. Miteigentümer bei 11 von insgesamt 17 Atomkraftwerken in Deutschland und hält weitere Beteiligungen in anderen Staaten. Herforder Bürger und Politiker haben die Möglichkeit, den Atomstromausstieg in eigene Hände zu nehmen: Die Konzessionen der lokalen Stromnetze laufen kurz- und mittelfristig aus. Hier besteht die Möglichkeit, dass diese wieder in kommunale Hände kommen und eine regenerative Energieerzeugung angestrebt wird.
Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäudedächern (am besten mit Bürgerbeteiligung) können den Anteil an Atomkraftwerken und Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen an der Stromversorgung kurzfristig reduzieren. Wir Bürger haben die Möglichkeit, den Stromanbieter zu wechseln. Es gibt einige Anbieter, die zu 100 Prozent "sauberen" Strom (Wasserkraft, Sonnenenergie, Erdwärme, Wind) anbieten.
Der sauberste Strom ist der, der erst gar nicht verbraucht wird. Die Katastrophe von Tschernobyl jährt sich zum 25. Mal. Der Unfall im Kraftwerk "Three Mile Island" ist in Vergessenheit geraten. Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ist ein Irrweg. Wie das japanische Beispiel zeigt, sind auch Reaktoren auf höchstem technischen Niveau nicht sicher.
Erhard Krull Herford
21.12.2010
06.12.2010
12.11.2010
16.10.2010
15.10.2010
18.09.2010
Herford: Vorschlag nach CDU-Peinlichkeit: Denkmal für Heiko Ploeger
Herford. Erhard Krull regt in einem Leserbrief an den Herforder Kreisanzeiger an, "!dass die Vergabe des Heiko-Ploeger-Preises zukünftig eingestellt wird". Krull schlägt dort vor, dass an Stelle des Preises - neben der bestehenden Straßenbezeichnung - Heiko Ploeger ein andauerndes Denkmal gesetzt wird, "da dann parteipolitische Interessen keine Chancen mehr haben". Der für den diesjährigen Heiko Ploeger-Preis mehrheitlich nominierte Pfarrer Berthold Keunecke wird von der CDU abgelehnt, weil er Lehren aus der Geschichte gezogen hatte und in einem Akt von Zivilcourage eine kurdische Mutter mit ihren zwei Töchtern vor der Abschiebung in die Türkei bewahrt hatte. Zum Hintergrund: Heiko Ploeger wurde am 18. Januar 1944 in Herford verhaftet und in das Bielefelder Polizeigefängnis gebracht. Ploeger wurde des "Hochverrates" angeklagt und Ende Juni 1944 in das Gefängnis nach Hamm verlegt. Die NS-Richter des Oberlandesgerichtes Hamm verurteilten ihn am 17. August 1944 zum Tode. Am 15. September 1944 wurde Heiko Ploeger gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern in Dortmund hingerichtet.
16.09.2010
02.07.2010
29.04.2010
10.04.2010 Leserbrief zum Artikel Betonwerk Westerwelle:
Jedes Unternehmen ist Teil unserer Gesellschaft und profitiert von ihr. Deshalb haben Unternehmen neben eigenen wirtschaftlichen Interessen auch soziale Verantwortung zu übernehmen. Zu dieser sozialen Verantwortung gehört auch die Zahlung eines Mindestlohns, der sich an tariflichen Standards orientiert und sicherlich nicht die Entlassung von Arbeitnehmern, die einen Betriebsrat gründen möchten, weil sie u.a. mit Dumpinglöhnen nicht einverstanden sind. Es erschreckt mich immer wieder, wie rasant unsere Ellenbogengesellschaft an Fahrt gewinnt. Der politisch in Kauf genommene Missbrauch im Bereich der Leiharbeit und die Hire and Fire-Firmenpolitik vieler Arbeitgeber schüren gewollt Ängste unter den Arbeitnehmern. Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage wird ausgenutzt. Gewinnmaximierung ist die Devise. Die Firmenpolitik des Betonwerkes Westerwelle kann als kleines Beispiel dafür dienen, dass in unserem Land der soziale Friede nicht nur bedroht ist, sondern dass das Fundament abgebaut wird.
2010
Nov. 2009
April 2009
2009:
Etat-Verdoppelung ist ein Unding
Zu der Forderung von MARTa-Chef Roland Nachtigäller, den Kulturetat zu verdoppeln (HK von gestern), schreibt ein Leser: Ob die Stadt kostspielige Vorzeigeprojekte wie MARTa und das Elsbachhaus wirklich benötigt, darüber lässt sich streiten. Nun stehen beide Häuser an der Goebenstraße und verschlingen eine Menge öffentlicher Gelder. In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Situation sowie der bereits geflossenen Subventionen auch im Umfeld der beiden Bauten (das kaum genutzte Parkhaus ist so hoch, dass Bahnreisende zwar die oberste Etage des hässlichen Parkhauses sehen können, nicht jedoch Elsbachhaus und MARTa), klingen die Forderungen des MARTa-Leiters Nachtigäller wie eine Verhöhnung der bedürftigen Bürger. Fast täglich lesen wir im Wirtschaftsteil der Medien über Insolvenzen in der Region. Die Zahl der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger steigt rasant an, von Kinderarmut ganz zu schweigen. Die Schlange an der »Herforder Tafel« wird immer größer. Das Wohnumfeld in einzelnen Stadtteilen ist katastrophal, Heranwachsende finden keine Ausbildungsstellen, immer mehr Geld müssen die Bürger für ihre Gesundheit ausgeben usw... Prognosen über ein Ende der Wirtschaftskrise können nicht gegeben werden. In dieser Situation eine Verdoppelung des Kulturetats zu fordern, ist unsozial.
ERHARD KRULL 32051 HERFORD
2009:
Kaufhof-Ankauf hat seine Tücken Zum selben Thema heißt es:
Die Nachricht vom gescheiterten Kaufhof-Projekt macht betroffen, gerade weil den Bürgern im Vorfeld viel Hoffnung gemacht worden war. Ohne Schuldzuweisungen ist nun der Blick nach vorne zu richten und die gemeinsame Kreativität von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgern ist gefragt. Dieser »buchhalterische Aktivtausch« hat auch seine Tücken. »Filetstücke« sind sicherlich sinnvoll, wenn man das Geld für Investitionen in schwarzen Zahlen auf dem Konto hat. Mit dem Kauf und den Abrisskosten des Grundstücks muss der »Konzern Stadt« erst einmal knapp 4 Millionen Euro auf den Tisch legen. Auch der jetzt zurückgetretene Investor hatte praktisch ein »gemachtes Bett« vorgefunden und scheiterte mit seinen Plänen. Das Risiko einer Brache liegt nach Ankauf und Abriss bei der Stadt und kostet in den nächsten 5 Jahren grob geschätzt 1 Million Euro an Zinsen. Das sind Aufwendungen, die dem Konzern bei der Bewältigung der Finanzprobleme z.B. bei der Gestaltung des Haushaltes in den Bereichen Bildung und Soziales fehlen. Ich hoffe nur, dass auf der »Aktivseite« nicht zusätzlich eine Teilwertabschreibung erfolgen muss. ERHARD KRULL 32051 Herford